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ULI BIDINGER


1956 in Trier geboren
Studium in Mainz
1983 Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz
seit 1985 Kunsterzieher an der Schule Schloss Salem
Ausstellungsbeteiligungen in Trier, Koblenz, Mainz, Stuttgart und Konstanz
Einzelausstellungen im Raum Überlingen


Auch wenn Uli Bidinger die Photographie als Hilfsmittel verwendet, so ist doch sein Anspruch und sein Anliegen immer malerisch. Der Malprozess reibt sich am photographischen Motiv. Kratzspuren, Kraqueluren, sowie Farbsprenkel dokumentieren, dass wir vor einem Akt des Malens stehen und nicht vor einer technischen Vervielfältigung eines Bildes. Die genaue Auswahl der Farben, der Farbabstufungen und der Farbzusammensetzungen prägt den Bildaufbau. In den jüngsten Arbeiten nimmt die Leuchtkraft der Farben zu. Intensives Rot oder Rosa, sowie ein knalliges Gelb erhöhen die malerischen Akzente der Bilder und suchen trotz manch abrupter Übergänge oder auch Zäsuren immer wieder einen harmonischen Ausgleich. Dabei kommt es sehr stark auf kompositorische Überlegungen an, denn eine falsche Überlagerung oder eine falsche Farbwahl am falschen Ort zerstört leicht das vage Gleichgewicht der verschiedenen Ebenen. 

Uli Bidingers Malerei sind Erinnerungsfetzen und Versatzstücke eines individuellen Gedächtnisses. Manches davon dringt dabei an die Oberfläche, anderes wird verschleiert und in den Hintergrund verdrängt. Die äußeren Bilder geben streiflichtartig und reflektierend etwas von den inneren Bildwelten wieder. Sie zeigen nie eine ganze, kohärente Wirklichkeit, sondern nur Bruchstücke von gespeicherten Eindrücken und Erfahrungen, sinnlichen Reizen und gefühlsmäßigen Umsetzungen.  Die äußere Zerstückelung seiner Arbeiten ist deswegen nichts anderes als die fragmentierte Wiedergabe der inneren Bildwelten, die der Künstler auch schon im ersten Sehen nur als ein Teil wahrgenommen hat. Ein zusammenhängendes Ganzes können wir weder in der äußeren noch in der inneren Wirklichkeit erkennen, dazu ist beides zu unübersichtlich, zu vielfältig und letzten Endes zu komplex.


Dr. Ulrike Niederhofer 
© 2010